Snoopy, Come Home


Snoopy, Come Home ist der zweite Kinofilm, welcher auf den Comicstrips von Charles M. Schulz basiert und erweckt die Figuren authentisch zum Leben. Die Handlung besitzt den typischen Charme der Peanuts, welcher zwischen amüsanten, wärmenden und etwas melancholischen Inhalten wechselt, welche besonders am Ende des Films deutlich erkennbar sind. Wie der Titel bereits erkennen lässt, ist Charlie Browns Hund der Protagonist des Films und bringt erhebliche Unruhe in den Alltag der Kinder. Es kommt zu einer Auseinandersetzung mit der stets griesgrämigen Lucy, ihrem Bruder Linus, welchem Snoopy seine Schmusedecke stehlen möchte und auch Charlie Brown ist nicht gut auf den Beagle zu sprechen, weil er sich wegen ihm am Dosenöffner schneidet. Kurz darauf erhält Snoopy einen Brief von einem kleinen Mädchen namens Lila, welches einsam in einem Krankenhaus auf Besuch wartet und sich als Snoopys erste Besitzerin herausstellt, was die anderen Kinder jedoch nicht wissen. So verschwindet der Beagle mit seinem besten Freund, dem gelben Vogel Woodstock und begibt sich auf die Suche nach dem Krankenhaus. Währenddessen befürchtet Charlie Brown, dass Snoopy wegen den vielen Streitigkeiten weggelaufen ist und wird zunehmend melancholischer und trauriger, weshalb Peppermint Patty ihn mit einem Besuch auf dem Jahrmarkt aufheitern möchte. Auch Snoopy und Woodstock haben mit Problemen auf ihrer Reise zu kämpfen. Nicht nur, dass Hunde an öffentlichen Orten nur selten erlaubt sind (inklusive amüsanter Musikuntermalung), zu allem Überfluss werden die beiden von einem kleinen Mädchen entführt, welches die Tiere für Streuner hält. In dieser Szene ist auch die Sozialkritik über den Umgang mit Tieren sehr gelungen, welche von vielen Menschen nur als Objekte betrachtet werden und dem Willen der Besitzer unterworfen sind.

Schließlich werden alle Charaktere vor schwierige Entscheidungen gestellt und besonders Snoopy ist innerlich zerrissen, da er sich zwischen Charlie Brown und seinem kranken, ehemaligen Frauchen entscheiden muss. Die meisten Inhalte des Films basieren auf den Comicstrips von Schulz, weisen jedoch auch Eigeninterpretationen auf. Zum Beispiel wird Snoopy im Comic ebenfalls von dem kleinen Mädchen entführt, kann jedoch von Charlie Brown befreit werden. Leider wurden einige Charaktere, wie zum Beispiel Sally, Charlie Browns Schwester, der Klaviervirtuose Schroeder und Schwarm von Lucy van Pelt und auch Linus nur gelegentlich in die Handlung integriert. Die Musikuntermalung entspricht den 60er bzw. den beginnenden 70er Jahre und besitzt relativ viele Ohrwürmer, trotz der Tatsache, dass der Jazz-Pianist und Komponist der früheren Peanuts-Filme Vince Guaraldi nicht involviert war. Auch die Grafik ist äußerst angenehm. Wie die Comicstrips, sind auch die Filme, Specials oder die Charlie Brown und Snoopy Show, welche beinahe 1:1 Inhalte aus dem Comic wiedergibt, sowohl für junge, wie auch erwachsene Zuseher geeignet, da viele sozialkritische Themen, Anspielungen auf das jeweilige Weltgeschehen und Schulz unterschwellige und spürbare Melancholie eher von Erwachsenen verstanden werden können. Auch wenn die Comics, welche derzeit in Werkausgaben erscheinen, mehr Inhalte und intelligentere Themen bieten, so sind die meisten Verfilmungen sehr gelungen. Wer einen ruhigen, angenehmen Film sehen oder in Nostalgie schwelgen möchte, wird innerhalb 80 Minuten gut unterhalten.

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