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Hängt ihn höher


Hängt ihn höher erzählt eine interessante Geschichte über Lynchjustiz und Rache, übt jedoch gleichzeitig Kritik an dem damaligen Rechtssystem. Protagonist des Films ist der ehemalige Sheriff Jedediah Cooper, welcher sich mit seiner neu erworbenen Rinderherde ein erfülltes Leben aufbauen möchte. Leider wird sein Vorhaben zerstört, als er von neun Männern umzingelt wird. Captain Wilson und seine Gefolgschaft bezichtigen Cooper des Mordes an einem Farmer und dessen Frau. Dem Farmer, welchem der unschuldige Mann die Rinder abgekauft hatte. Als sich der unterschriebene Kaufvertrag als Fälschung herausstellt und Coopers Personenbeschreibung deutlich abweicht, üben die Männer ohne zu zögern Lynchjustiz und hängen Jedediah am nächsten Baum auf. Cooper hat jedoch Glück im Unglück und wird im letzten Moment von einem Sheriff gerettet und inhaftiert. Richter Adam Fenton ist dafür bekannt, relativ schnell Todesurteile zu fällen. Da in Oklahoma noch nicht das gleiche Rechtssystem oder Justizbeamte wie in den anderen Staaten vorhanden sind, werden auch gelegentlich Unschuldige hingerichtet oder zu harte Urteile gefällt. Jedediah ereilt jedoch ein besseres Schicksal, da der tatsächliche Mörder inhaftiert und kurz darauf gehängt wird. Getrieben von Rachegefühlen, nimmt Cooper die Arbeit als Marshall an, möchte sich aber auf das Gesetzt stützen. Leider ist es nicht immer einfach, die Täter lebend zu fassen und während sich einer der Männer sogar freiwillig stellt, muss ein anderer in Notwehr erschossen werden. Auch ein Schadensersatz in Höhe der Ausgaben für den Rinderkauf, können das Bedürfnis nach Gerechtigkeit nicht befriedigen. Die Beziehung zwischen Cooper und Richter Fenton ist zwiespältig, da Cooper manche Urteile missbilligt, jedoch auch weiß, dass er alleine für das Gesetz verantwortlich ist und nur wenige Männer besitzt, um das riesige Gebiet von Oklahoma zu überwachen.

Mörder, Diebe, Whiskyhändler sind überall zu finden und ein gerechtes Urteil oder eine Differenzierung ist kaum möglich. Hängt ihn höher wird gerne vorgeworfen, Lynchjustiz zu verurteilen, den Protagonisten jedoch das gleiche Verbrechen begehen zu lassen, was nicht den Tatsachen entspricht, da sich der Protagonist an das Gesetz hält und als Marshall seine ehemaligen Peiniger stets zu inhaftieren versucht, was jedoch nicht immer gelingt. Gelegentlich zweifelt er an sich selbst und zieht in Erwägung, die Männer einfach zu töten, doch wird dieses Verlangen nie umgesetzt. Im späreren Verlauf wird eine interessante Beziehung zu einer tragischen Frau beleuchtet, welche ich als Spoilergründen nicht näher beleuchten möchte. Sie scheint jedoch nach einem bestimmten Gefangenen Ausschau zu halten. Hängt ihn höher mag nicht an hervorragende Filme wie "Erbarmungslos" oder "Zwei glorreiche Halunken" heranreichen, jedoch unterhält er sehr gut und ich würde ihn qualitativ bei Filmen wie "Pale Rider" oder "Der Texaner" einstufen, auch wenn manche Längen vorhanden sind. Clint Eastwood wirkt wie in vielen Filmen unterkühlt, ruhig und zynisch, was jedoch bereits zu seinem Markenzeichen geworden ist. Er hat es aber auch nicht nötig, viel zu sprechen, da Augenbewegungen, Mimik und Gestik ausreichen, um mehr zu sagen, als manche Schauspieler mit minutenlangen Dialogen. Ein besonderes Lob verdient die Darstellung der Gesellschaft, welche die Hinrichtungen als Volksfest, als großes Ereignis feiern. Es wird gesungen, gelacht und Limonade verkauft, während der Pöbel auf das große Ereignis wartet. Der Tod hat die Menschen bereits seit jeher interessiert und wenn sie selbst oder Angehörige nicht betroffen sind, scheint ein angenehm unwohles Gefühl erzeugt zu werden. Da "Hängt ihn höher" nur 4 Euro kostet, sollte einem guten Western nichts im Wege stehen.

Regie: Ted Post
Drehbuch: Leonard Freeman, Mel Goldberg
Produktion Leonard Freeman, Irving L. Leonard, Robert Stambler
Musik: Dominic Frontiere
Kamera Richard H. Kline
Schnitt Leonard J. South
Erscheinungsjahr: 1968
Laufzeit: 114 Minuten

Clint Eastwood: Marshal Jed Cooper
Inger Stevens: Rachel Warren
Ed Begley: Cpt. Wilson
Pat Hingle: Richter Adam Fenton
Arlene Golonka: Jennifer
James MacArthur: Priester
Charles McGraw: Sheriff Ray Calhoun
L.Q. Jones: Loomis
Dennis Hopper: Prophet
Bruce Dern: Miller
Mark Lenard: Staatsanwalt
Alan Hale, Jr.: Matt Stone


Kommentare:

  1. Der Film sollte bei keinem Westernfan in der Sammlung fehlten. Schönes Review zu einem sehenswerten Film.

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  2. Danke. Hängt ihn höher ist einer jener Filme, bei welchen ich mir gewünscht hätte, sie bereits früher gesehen zu haben.

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