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Freitag, Januar 20, 2012
L.A. Confidential
L.A. Confidential beleuchtet die düstere Seite von Los Angeles der 50iger Jahre, welches zunehmend in einem Sumpf aus Mord, Gewalt und Korruption versinkt. Die Handlung beginnt mit der Inhaftierung des größten Verbrecherbosses Mickey Cohen, welchem ähnlich wie Al Capone, Steuerhinterziehung zum Verhängnis wurde. Kurz darauf werden einige von Cohens Männer im Auftrag eines Unbekannten regelrecht exekutiert und seine Geschäfte übernommen. Nach einem Massaker in einer Nachtbar, bei welchem auch ein Polizist getötet wurde, beschäftigen sich drei Beamte mit den Nite-Owl-Morden. Sie behandeln den Fall jedoch getrennt und finden erst während der Handlung zu einem gemeinsamen Ziel, da ihre Persönlichkeiten und Beweggründe gänzlich verschieden sind. White (Russel Crowe) nimmt das Gesetz in seine eigene Hand und reagiert schnell gewalttätig und aggressiv. Besonders bei Misshandlungen und gewalttätigen Übergriffen gegen Frauen, kann White seine Wut kaum noch zügeln. Die Gründe für dieses auffällige Verhalten liegen in seiner Vegangenheit verborgen. Detective Lt. Exley (Guy Pearce) stellt durch seine korrekte Vorgehensweise einen direkten Kontrast dar, wodurch er bei seinen Kollegen schnell unbeliebt wird und diese bei illegalen Aktivitäten wie Missbrauch und Gewaltanwendung gegen Gefangene auch meldet, wodurch zum Beispiel White beinahe entlassen wurde. Detective Sgt. Vincennes (Kevin Spacey) arbeitet nebenbei als Berater für die Fernsehserie "Badge of Honor" und tauscht Informationen mit einem zwielichtigen Journalisten (Danny DeVito) des Magazins "Hush-Hush" aus. Durch ihre grundverschiedenen Vorgehensweisen kommt es regelmäßig zu Konflikten zwischen Exley und White. Die Schuldigen des Massakers im Nite Owl werden zu Beginn der Handlung schnell gefunden, doch zweifeln die Ermittler zunehmend an der Schuld der drei vorbestraften Farbigen.
Währenddessen gehen Mord und Korruption weiter und White fühlt sich zu einer Prostetuierten hingezogen, welche unter anderen Frauen einem Filmstar ähnlich sieht. Sämtliche Indizien wirken zunächst undurchsichtig und es stellt sich die Frage, ob nicht auch die eigenen Reihen betroffen sind. Die Stadt der verlorenen Engel wirkt düster und gewalttätig und so gestaltet sich auch die Atmosphäre des Films, auch wenn einige amüsante Dialoge vorhanden sind. Besonders positiv ist die Charakterisierung der drei ungleichen Ermittler zu erwähnen, welche ihre eigenen Beweggründe für die Ausübung ihres Berufs besitzen, welche während der Handlung auch offenbart werden. Doch wirken alle drei sympathisch, auch wenn ihre Vorgehensweisen gelegentlich eskallieren. Die schauspielerische Leistung ist großartig und mit Russel Crowe, Kevin Spacey, Guy Pearce, Danny DeVito, Kim Basinger und James Cromwell als Polizeichef hervorragend besetzt. Mich persönlich hat L.A. Confidential positiv überrascht, da ich ihn ohne Erwartungshaltung angesehen habe und kann ihn sehr empfehlen. Die Blu Ray wurde gut konvertiert, jedoch existieren bereits bessere Umsetzungen von Filmen. Wer einen düsteren, intelligenten Kriminalfilm sehen möchte, wird mit L.A Confidential bestens unterhalten. Zurecht ein Klassiker des Genres.
Regie: Curtis Hanson
Drehbuch: Brian Helgeland, Curtis Hanson
Produktion: Arnon Milchan, Curtis Hanson, Michael G. Nathanson
Kamera: Dante Spinotti
Erscheinungsjahr: 1997
Laufzeit: 132 Minuten
L.A Confidential Trailer
Kevin Spacey: Det. Sgt. Jack Vincennes
Russell Crowe: P. O. (Det.) Wendell White
Guy Pearce: Det. Lt. Edmund J. Exley
James Cromwell: Capt. Dudley L. Smith
Kim Basinger: Lynn Bracken
Danny DeVito: Sid Hudgens
David Strathairn: Pierce Morehouse Patchett
9,5/10
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Es hat bei dir meines Wissens bislang keine Streitereien wegen der Bewertung gegeben (hängt vielleicht gerade damit zusammen, dass du keinen Film mit einer 2/10 abstrafst, den andere vergöttern könnten). Die Entscheidung liegt deshalb bei dir. Ich selber tue mich ausserordentlich schwer mit Bewertungen, was dann aber zu mühsamen argumentierenden Texten führt - und ich verlange, dass "L.A. Confidential" augenblicklich eine 10/10 erhält. ;)
AntwortenLöschenIch werde das normale System beibehalten, da die Wertung ohnehin eine schnelle Richtlinie darstellt und der Leser durch den Text entscheidet, ob der Film für ihn interessant sein könnte. Ich wollte L.A. Confidential ursprünglich 9,5 geben und werde die Bewertung korrigieren. Für eine 10/10 fehlt mir subjektiv noch etwas Besonderes. So hätte ich zum Beispiel Lynn etwas mehr in die Handlung integriert gesehen, auch wenn sie sehr viel zur Entwicklung zwischen White und Exley beitrug. Hast du eigentlich den Roman ebenfalls gelesen?
AntwortenLöschenNein, den Roman habe ich nie gelesen. Das mit der 10/10 war natürlich nur ein kleiner Witz, der zeigt, wie subjektiv solche Wertungen (das Sich-Reissen um ein, zwei Punkte) sind. Ich verweigerte mich zum Beispiel dem Film am Anfang längere Zeit, weil er mir zu sehr gelobt wurde. Mittlerweile muss ich zugeben: Das Ding hats in sich, erinnert an die Zeit, die noch gute Hollywood-Filme hervorbrachte.
AntwortenLöschenDabei sind 10/10 absolut angebracht. Aber das kommt vielleicht erst, wenn in der Rezeption ein Verständnis für die Film Noir Referenzen vorhanden ist, welches man der Kritik bisher nicht entnehmen kann. Es ist ja quasi ein ganzer Kosmos, auf den sich L.A. Confidential da stützt und nicht nur "einem Filmstar ähnlich sehen". Das ist kein Faux-Pas dies nicht zu bemerken, sondern sicherlich geeigneter Anlaß, sich mit diesem Seitenarm des Flusses Film näher zu beschäftigen und so ein tieferes Werks- sowie Kunstverständnis zu entwickeln.
AntwortenLöschenWas verstehst du unter Film Noir Referenzen? Nur weil ich in dieser Rezension nicht darauf hinweise, bedeutet es nicht, dass ich mich mit der Thematik noch nicht auseinandergesetzt habe. Siehe Rezensionsliste, in welcher einige Film Noir Vertreter vorhanden sind. Oder meinst du, dass L.A. Confidential der dritte Teil der Reihe LA neben "The Black Dahlia", "Stadt der Teufel" und "White Jazz" darstellt? Diese möchte ich tatsächlich nachholen. White Jazz scheint leider nicht umgesetzt zu werden, was im Internet zu lesen ist.
AntwortenLöschenFunktioniert bei euch das Kommentarfeld ebenfalls fehlerhaft?
Ne, Kommentarfeld scheint zu gehen.
LöschenWas ich meine, ist diese Art, aus Genrerezeption, Referenzen und einer dichten Kriminalgeschichte eine vielschichtige Story zu verbinden. Meiner Ansicht nach handelt es sich dabei um einen Fetischismus, der, zugegeben, meinem Empfinden entgegen kommt. Ich verlange sicher nicht, daß diese Meta-Ebene detailliert zerlegt wird, zumal ich selbst zu viel Genuß am Film hatte, als diesen auf rein theoretischer Basis zu zerstören, nur legt dein Text ein Verständnis dieser Ebene nicht nahe. Gerade hier besteht für mich die galantere Abhebung z.B. von einem Pulp Fiction, welcher breit als Meisterwerk verstanden wird.