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Im Wald der gehenkten Füchse

Im Wald der gehenkten Füchse zählt zu Arto Paasilinnas bekanntesten Werken und beleuchtet das Einsiedlerleben eines kleinen Gauners und einem Major, welche trotzdem immer wieder auf Menschen treffen. Juntunen war sein ganzes Leben ein Verbrecher. Obwohl er in einer behüteten Familie aufwuchs, konnte er sich nie zu einer ehrlichen Arbeit durchringen und ging lieber kleinen Delikten nach. Bis er eines Tages beschließt, sein großes Glück zu versuchen. Zwei Komplizen sollen von einem einlaufenden Schiff eine Goldladung stehlen, die Fracht während der Flucht abwerfen und sich dann der Polizei ergeben. Juntunen sammelt das Gold währenddessen ein und wenn die Verbrecher nach einigen Jahren ihre Haftstrafe verbüßen, erhalten sie ihren Anteil. Während sich Juntunen ein schönes Leben gestaltet, eine große Wohnung kauft, sich mit Luxusgütern ausstattet und auch in gehobenen Kreisen verkehrt, kommen seine Komplizen langsam frei. Aber das Gold zu teilen, wäre im Grunde Verschwendung. Besonders bei Menschen aus dem Gefängnis. Kann der erste Gauner durch ein paar Manipulationen relativ schnell in das Gefängnis zurückgeschickt werden, keimt vor dem zweiten Verbrecher panische Angst auf. Ein brutaler, mehrfacher Mörder, welcher Juntunen ohne zu zögern töten würde. So verlässt Juntunen sein schönes Leben und zieht mit drei Goldbaren in die Tiefen der Wälder. Das Gold ist schnell vergraben, nur besitzt er zu wenig Proviant, kennt sich in der neuen Umgebung nicht aus und wird zunehmend paronoider. Eines Tages taucht ein bärbeißiger, ständig alkoholisierter Major auf, welcher aus eben diesen Gründen ein Jahr freigestellt wurde. Juntunen darf seine wahre Identität nicht offenbaren und auch der Major denkt nicht daran.

So treffen Flechtensammler und Naturbursche Juntunen und der erfolgreiche, oberste Rangherr des Militärs eine Abmachung. Der Major hilft ihm in der neuen Umgebung, renoviert eine Waldhütte und erledigt gelegentlich Einkäufe, während Juntunen seinen eigenen Aufgaben nachkommt. Da Juntunen das gelegentliche Gold irgendwie erklären muss und den Major für seine Dienste bezahlt, schürfen die Beiden eben in einem Fluss nach Gold. Während Juntunen relativ häufig Glück zu besitzen scheint,  entdeckt der bereits fiebrige Major nach einigen Wochen nur ein paar kümmerliche, von Juntunen präparierte Gramm. Schließlich erkennt der Major den Betrug und nach einer amüsanten Eskalation, schließen die beiden Freundschaft und geben sich zu erkennen. Nun kann das Leben in den Wäldern erst richtig beginnen. Die Hütte wird renoviert, Sofagarnituren, ein Fernseher, eine Stereoanlage, Stromgeneratoren, teure Teppiche, Vorhänge und nur die feinsten Speisen besorgt. Schließlich werden sie viele Monate hier verbringen. Ihre Überraschung ist groß, als sich eines Tages eine alte Großmutter vor ihrer Tür befindet, welche von den finnischen Behörden geflohen ist. Diese wollten das arme Mütterchen in das Altersheim bringen, was Juntunen und den Major aber nicht davon abhält, sie auf einen Schlitten zu schnallen und wegzubringen, aber ihr Gewissen siegt doch. So breitet sich mit der Großmutter und ihrem Kater ein direkt heimliches Gefühl aus. Sogar einen mehr oder weniger zahmen Fuchs, den Fünfhunderter, haben sie zum Haustier. Warum der Fuchs so heißt, sei nicht verraten. Doch stellt sich die Frage, ob der Mörder Juntunen aufspüren kann. Arto Paasilinna gestaltet auch dieses Buch sehr amüsant, mit einem schwarzen, lakonischen Humor. Spätestens, als die alte Frau bei ihnen einzieht, überstürzen sich die lustigen Situationen. Die Figuren sind sehr liebevoll gestaltet und nach kurzer Zeit entsteht in der Waldhütte ein heimisches Gefühl und der Leser hofft, dass sie die Hütte gar nicht mehr verlassen müssen.

8,5/10

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