MEINE FOTOS BEI DEVIANTART

Lesenswert: Schöne Fotos! - Caleyna (Ansehen), Blockbusterandmore, ErgoThek

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Wieder ein paar Bücher

Amor und Psyche

Amor und Psyche handelt von der tiefgreifenden Liebe zwischen Cupido und einer Menschenfrau, welche alle Hindernisse überwindet. Die junge Frau Psyche wird aufgrund ihrer Schönheit von allen Menschen bewundert, welche von der ganzen Welt zu ihr strömen um sie sehen zu können. Dadurch wird Venus Aphrodite vernachlässigt, ihre Tempel verfallen langsam und es wird kaum noch zu ihr gebetet. Wutentbrannt sendet sie ihren Sohn Cupido auf die Erde um das Mädchen in Unglück zu stürzen. Psyche selbst ist jedoch sehr einsam und traurig, da sie ihre Schönheit mehr hindert als nützlich ist und niemand es wagt, sich ihr zu nähern. Als ihr besorgter Vater am Orakel von Apollon betet und um Rat bittet, erhäl er die Botschaft, seine Tochter wie für ein Begräbnis zu kleiden und sie auf einem Berg zu bringen, wo sie einen Dämon heiraten soll. Doch Psyche findet sich von Zephyr getragen, in einem wunderschönen Palast wieder, welcher völlig in Gold gehalten ist, Musik und Chöre sind zu hören und auch Essen erscheint durch unsichtbare Diener. Ihr neuer Gemahl nähert sich ihr nur während der Nacht, spricht mit ihr und verübt auch den Beischlaf. Nach geraumer Zeit fühlt sich Psyche sehr einsam und hört das Trauern ihrer geliebten Schwestern. Trotz der Warnung ihres Gatten, lässt sie diese von Zephyr zu ihr bringen, welche von Eifersucht und Neid vergehen und eine manipulative List entwickeln, um ihr Glück zu zerstören. So reden sie ihr ein, dass sie einen fürchterlichen Drachen gesehen haben, welcher zweifellos ihr Ehemann ist, da sie ihn ja noch sehen konnte. Mit einem Dolch bewaffnet, bereit dem vermeintlichen Monster den Kopf abzutrennen, betrachtet sie ihren Ehemann im Schein einer Öllampe und sieht den wunderschönen Cupito. Doch plötzlich tropft heißes Öl auf ihn, worauf dieser zutiefst verletzt durch ihre Skeptik flieht. Psyche wandert von daher auf der Erde und wird von Aphrodite gesucht und schließlich auch gefunden. So muss Psyche mehrere Proben bestehen, während ihr geliebter Ehemann von seiner Mutter eingeschlossen wurde.


Sie soll Gersten trennen, die goldene Wolle von gefährlichen Schafen holen, einen von Drache bewachten Berg erklimmen und eine gefährliche Flüssigkeit holen und schließlich in die Unterwelt selbst schreiten, vorbei am Totenfluss, den alten Frauen mit ihren Spinnrädern, den Höllenhund Cerberus besänftigen und den Trank der Schönheit für Aphrodite holen. Dabei erhält sie jedoch Hilfe von Amaisen, flüsternden Schilf, einem Adler oder einen sprechenden Turm. Nichts kann die Liebe zwischen Psyche und Cupido/Amor aufhalten und auch Aphrodite muss dies langsam einsehen. Doch ob Psyche ihre Proben auch besteht, ist ungewiss.

Das kleine Buch befindet sich in einem samtigen, blauen Einband mit goldener Druckschrift "Amor und Psyche" an der Seite. Einige Wörter im Text werden mit einer Nummer hervorgehoben, deren Bedeutung im Anhang erklärt werden. Eine sehr empfehlenswerte Ausgabe von Amor und Psyche, welche bis heute eine der romantischsten Liebesgeschichten darstellt.
9/10

Alice im Wunderland:

Alice im Wunderland von Lewis Carroll zählt zu den klassischen Kinderbüchern, überzeugt jedoch durch viele Metaphern, satirischen Anspielungen und der surrealen, verträumten Thematik auch Erwachsene. Das zweite Buch 'Alice hinter den Spiegeln' setzt diese Traumwelten qualitativ fort. Die Handlung selbst, dürfte vielen bekannt sein. Alice verbringt einen langweiligen, müden Nachmittag auf einer Wiese, bis ein weißes Kaninchen in einer Weste gekleidet an ihr vorbeiläuft und nervös auf seine Uhr blickt. Als Alice dem Kaninchen in den vermeintlichen Bau folgt, fällt sie hunderte Meter verlangsamt in die Tiefe und findet sich in einem langen Gang wieder und möchte gerne durch eine kleine Tür schreiten, was durch ihre Größe jedoch unmöglich erscheint. Nachdem sie aus einer geheimnisvollen Flasche trinkt, beginnt ihre surreale Reise, auf welcher sie auf merkwürdige Situationen und Kreaturen trifft. Sie wächst und schrumpft, indem sie Flüssigkeiten trinkt und Kuchen oder später auch Pilze isst (Aus der Erwachsenensicht unbedenklich, da auf die Gefahren für Kinder hingewiesen wird), ertrinkt beinahe in ihren eigenen Tränen, nimmt an einem Wettlauf mit einem Dodo und anderen Tieren teil, trifft auf eine rauchende Raupe, eine verrückte Teegesellschaft mit dem berühmten Hutmacher, eine Herzogin dessen Kind sich in ein Schwein verwandelt, spielt mit einem rießigen Hund und durchquert düstere Wälder, wo sich auch auf die berühmte Cheshire Katze trifft. Diese steht ihr als Orientierung zur Hilfe und kann sich beliebig manifestieren oder auflösen. Die arrogante, autoritäre Herzkönigin, welche ihre Untertanen nur zu gern exekutieren lassen möchte, während der gesamten Handlung jedoch nie tatsächlich jemanden köpft und das Crocketspiel mit einem Flamingoschläger und Igeln, bis zur Gerichtsverhandlung sind nur kleine Auszüge der wunderschönen, surrealen Inhalte. Dabei wird viel Wert auf Kommunikation, Ignoranz und verschiedene Sichtweisen gelegt. Alice selbst scheint sich auch an gewisse Begebenheiten und Sprichwörter nicht mehr zu erinnern, wie auch im Traum gewisse Begebenheiten aus der Realität nicht beliebig abgerufen werden können.

Alice ist eine sehr angenehme Protagonistin, welche trotz der sich stetig wandelnden Umgebung und ihrem eigenen Körper nachvollziehbar handelt. So apprupt wie die Traumsprünge gestaltet sich auch der Lesestil, da plötzlich Figuren und neue Umgebungen integriert werden, neue Abenteuer bieten und kurz darauf wieder anderen weichen. Die Metaphern in Alice im Wunderland sind tiefgründig und der subjektiven Denkweise überlassen. Von Gesellschaftskritik, der Veränderung des eigenen Körpers und Pubertät, Kritik und Bedeutung des Sozial- und Unterrichtssystems, bis zu metaphernhaften Rätseln und fragwürdigen Gesangseinlagen und dem Verhalten gegenüber Kindern (Herzogin) werden viele Aspekte angesprochen. So funktioniert Alice im Wunderland als wunderschönes Kinderbuch, als auch surreale Reise für Erwachsene. Definitiv lesenwert.



Alice hinter den Spiegeln:

Alice hinter den Spiegeln bietet erneut eine surreale Traumwelt, wirkt jedoch durch die Schachfelder etwas linearer und der Leser erhält zu Beginn einen kleinen Überblick auf das kommende Abenteuer. Als Alice vergnügt mir ihrem Kätzchen spielt, fragt sie sich, wie die Welt wohl hinter dem Spiegel aussieht, da sich die Menschen darin genauso verhalten wie sie, nur gewisse Dinge wie Bücher verkehrt erscheinen. Als sie den Spiegel berührt, scheint dieser zu schmelzen und ihr Durchgang zu gewähren. Als sie in der Parallelwelt ankommt, scheint bis auf die Position der Architektur alles gewöhnlich zu sein, bis sie auf ein Schachbrett mit lebenden Figuren trifft und danach beschließt, den Garten zu erkunden, welcher sie in die Irre führt, da sie regelmäßig wieder beim Haus angelangt. Schließlich trifft sie auf eine schwarze Königin, welche ihr auf einem großen Hügel überblickend, die einzelnen Felder zeigt, welche es zu durchqueren gilt. Erreicht Alice das letzte Feld, so wird sie selbst zu einer Königin gekrönt. Neugierig, fährt Alice mit einem Zug und merkwürdigen Passagieren in das nächste Feld und das Abenteuer beginnt. Wie bereits bei Alice im Wunderland, stellt die Kommunikation, Unverständlichkeit oder im Kontrast dazu, zu genaue Denkweise wichtige Inhalte dar. Dies wird besonders bei der schwarzen und weißen Königin und Humpty Dumpty gezeigt. Nicht selten wirkt es, als ob die Figuren aneinander vorbeireden würden und viele Dialog ergeben erst nach geraumer Zeit und interpretation der Metaphern einen näheren Sinn. Spiegelbedingt sind auch einige Aktionen verkehrt, so muss Alice zum Beispiel einen Kuchen erst austeilen und dann schneiden, oder gewisse Begebenheiten treten rückwerts oder voraussehend ein. Einige skurile Figuren und Orte sind ein stetig stürzender Ritter/Springer auf seinem Pferd, welcher gerne Dinge erfindet (Zum Beispiel einen Pudding aus Löschpapier und Schießpulver) und gegen jedes Unheil gewappnet scheint. Der Wald des Vergessens, in welchem sich niemand an Namen erinnern kann, das berühmte Gedicht über das Ungeheuer Jabberwocky, welches neben der Interpretation des Lesers erst bei dem rießigen Ei Humpty Dumpty mit seinem intelligenten Sinn für Wörter und deren Bedeutung die Wahrheit offenbart, oder der Kampf Einhorn gegen Löwe.

Wie bereits im ersten Buch, treten gewisse Inhalte wie in einem Traum üblich, plötzlich ein. So möchte Alice die Waren in einem Laden begutachten, hält jedoch plötzlich statt Stricknadeln ein Paddel in den Händen und fährt auf einem Fluss, oder die Waren im Regal verschwinden, wenn diese berührt werden wollen. Oder ein Wald versinkt duch eine rießige Krähe in Finsternis oder wird später durch eine Armee von stetig stürzenden Soldaten erschüttert. Doch genau diese apprupten und unvorhersehbaren (Falls der geneigte Leser tatsächlich noch nie etwas von dem Inhalt gehört haben sollte) verstärken die surreale, verträumte Atmosphäre. Subjektiv gesehen, eine würdige Fortsetzung, welche dem Vorgänger qualitativ gleichkommt.


10/10


Der Rabe


Der Rabe zählt neben dem Untergang des Hauses Usher zu Edgar Allan Poes bekanntesten Erzählungen und handelt von Verlust und Erinnerungen. Ein Mann sitzt melancholisch in seinem Sessel und versucht die Gedanken an seine verstorbene Lenore durch lesen zu verdrängen, als er langsam einschläft. Doch plötzlich hört er ein Pochen an der Tür und fragt sich, wer ihn wohl um Mitternacht noch besuchen könnte. Als er diese öffnet, erwartet ihn jedoch nur ein dunkler Korridor, welcher seine Seele widerspiegelt. Das Pochen scheint vom Fenster her zu kommen, durch welches ein schwarzer Schatten flattert und sich auf der Pallas-Büste über der Tür niederlässt und ihn anstarrt. Ein Rabe blickt ihm entgegen und das einzige was er von sich gibt, ist ein düsteres Nimmermehr. Als er versucht herauszufinden, wer ihm wohl dieses Wort beibrachte und sich denkt, er solle die Gedanken an Lenore verdrängen, antwortet er erneut, als ob er diese lesen könnte. Nimmermehr. Gespenstischer Rauch erfüllt das Zimmer vom Feuer oder gar Weihrauch her, Vorhänge wehen langsam und der Mann wird zunehmend ungehaltener und fragt sich, ob er seine geliebte Lenore im Himmel wiedersehen könnte und sie ein Engel sei, doch die Antwort bleibt stets die gleiche, düstere Erkenntnis seiner selbst. Der ungebetene Gast wirft noch immer einen dunklen Schatten über den Mann, welcher andeutet, dass die Melancholie und Trauer für immer tief in seiner Seele sitzen wird und antwortet immer gleich. Nimmermehr.

Dieses Gedicht zählt durch seine melancholische, düstere Atmosphäre zu den bedrückensten Werken überhaupt und auch aus heutiger Sicht, erzeugt es immer wieder eine Gänsehaut, da es nicht nur die Ängste der Menschen widerspiegelt, sondern sie mit Verlust, Tod und der ewig währenden Erinnerung konfrontiert. In dieser Ausgabe befindet sich die Geschichte sowohl auf Deutsch, als auch auf Englisch, was einen direkten Vergleich erlaubt. Der Rest des Buches handelt von der Erklärung, wie es erschaffen wurde, erlaubt einen kurzen Einblick auf Edgar Allen Poes Leben und wie er solche melancholischen, traurigen Geschichten erzählen konnte. Leider werden noch immer sinnfreie Erzählungen über Opiumsucht und anderen Laster (Von seiner Alkoholsucht ausgenommen) erzählt, was in diesem Buch ebenfalls widerrufen wird und endlich aus den Vorurteilen und Stigmata verschwinden sollte.


10/10


In 80 Tagen um die Welt

In 80 Tagen um die Welt zählt zu den bekanntesten Werken von Jules Verne und handelt von dem ruhigen, introvertierten Phileas Fogg, welcher auf seiner Reise erst sein wahres Lebensziel entdeckt. Mr. Fogg lebt einsam und introvertiert in seinem Haus und führt ein sehr monotones Leben. Zum gleichen Zeitpunkt den Reform-Club besuchen, Essenszeiten, Kartenspiele, Schlafzeiten. Jeder Inhalt seines Lebens ist exakt geregelt und eine Reise oder irgendwelche Abenteuer scheinen undenkbar. Sein Geld spendet er gelegentlich an Bedürftige und trotz seinem exzentrischen Lebenstil ist er sehr beliebt, auch wenn nur wenig über ihn bekannt ist. Als er jedoch seinen Butler entlässt und den jungen Franzosen Passepartout einstellt, welcher mit seinem direkten und fröhlichen Gemüt das genaue Gegenteil von seinem neuen Herren darstellt, ändert sich diese Routine. Nach seiner abwechslungsreichen Vergangenheit und diversen Berufen wie Zirkusartist oder Feuerwehrmann, sehnt sich auch Passepartout nach einer ruhigeren Existenz und Phileas Fogg wäre der perfekte Arbeitgeber. In seinem Club diskutieren jedoch die Männer über einen Bankraub, bei welchem 50.000 Pfund entwendet wurden und das der Verbrecher, welcher als Gentlemen beschrieben wird, bereits zu weit geflohen ist um von der Polizei noch inhaftiert werden zu können. Denn in der heutigen Zeit ist es bereits möglich, die gesamte Welt in 80 Tagen zu umrunden, selbst mit allen Hindernissen. Dies bestätigt auch Fogg, welchem jedoch kein Glauben geschenkt wird. So wetten die Gentlemen um 4000 Pfund und Fogg setzt 20.000 Pfund, was ungefähr die Hälfte seines Vermögens ausmacht. Da die Reise selbst die idente Summe beansprucht, würde Fogg bei verlorener Wette alle finanziellen Mittel verlieren. Noch am selben Tag brechen Phileas Fogg und Passepartout mit einer Reisetasche, in welcher sich 20.000 Pfund befinden auf und ihr Abenteuer beginnt. Der Beginn verläuft perfekt und gleichzeitig sind die Medien von dieser unwirklichen Reise gefüllt, jedoch bieten nur die wenigsten Menschen auf Fogg.

An einem Hafen treffen die Beiden auf Inspektor Fix, welcher den Bankräuber inhaftieren soll und in Mr. Fogg den gesuchten Gentlemen zu erkennen glaubt. Ein Gespräch mit Passepartout bestätigt ihn in seinem Irrglauben, da sie kurzerhand nur mit einer Reisentasche bestückt London verliesen und die Weltreise in 80 Tagen mehr als surreal erscheint. Vielmehr möchte der Bankräuber London verlassen und nach geraumer Zeit wieder zurückkehren. Während der gesamten Reise verfolgt Fix den vermeintlichen Bankräuber und ist selbst permanent innerlich zerrissen, da Fogg sehr großzügig agiert, jedoch kein Zweifel an der Tat bestehen kann. Die Reise selbst gestaltet sich bald schwieriger als erwartet, in Indien wird die junge Frau Aouda vor einem Opferritual gerettet, durch eine Manipulation von Fix trennen sich die Wege von Fogg und Passepartout, bis sie sich in Japan wiedertreffen, in Amerika muss ein Angriff von Indianern abgewehrt werden, Schiffe und andere Transportmittel werden verpasst und Alternativen müssen gefunden werden. Phileas Fogg wirkt während der gesamte Reise sehr unterkühlt und introvertiert, bemerkt scheinbar auch die Liebe und Zuneigung von Aouda nicht, doch setzt er sich für seine Gefährten ein und Rettet nicht nur Aouda, sondern auch Passepartout das Leben. Passepartout hingegen, hat bereits realisiert, dass Fix ein vom Reformclub beauftragter Agent sein muss, um sicher zu gehen, dass sie die Welt auch tatsächlich umrunden. Dieser besitzt jedoch nur wenig Glück bei seiner Verfolgung, da er verzweifelt auf einen Haftbefehl aus London wartet um Fogg im britischen Gebiet von Indien und anderen Ländern festnehmen zu können, doch der Bericht reist ihm stetig hinterher. Sollte Fogg Amerika erreichen, so würde er erst einen Auslieferungsbescheid benötigen. Sämtliche Intrigen wie die Trennung von Passepartout, eine Gerichtsverhandlung in Indien wegen einer Tempelschändung, oder natürliche Hindernisse scheinen diesen Verbrecher nicht aufhalten zu können. Gleichzeitig muss Fix mit Schrecken feststellen, dass Phileas Fogg das gestohlene Geld zu großzügig ausgibt. Selbst wenn er nach London zurückkehrt, so dürfte kaum noch etwas vom Geld übrigbleiben. Die Transportmittel sind ebenfalls ungewöhnlich und Schiffe, Dampfer, Schlitten, Eisenbahnen oder sogar ein Elefant dienen zur Fortbewegung. Jules Verne typisch sind die einzelnen Länder, Transportmittel oder Maschinen sehr detailliert beschrieben und häufig handeln mehrere Seiten nur von der Beschreibung einzelner Fakten und erst später wird die eigentliche Handlung wieder aufgegriffen. Dies wirkt gelegentlich etwas hemmend und stört den Lesefluss minimal, was jedoch durch die interessanten Informationen und den sympathischen Figuren, der stets spannenden Handlung nicht weiter stört. Aufgrund des Alters sind gewisse Vorurteile und Stigmata vorhanden, so wird häufig von "dem typischen Franzosen, den wilden Sioux Indianern - deren Angriffe und Enteignung ihres Landes, die Beweggründe nie beschrieben werden - und die Darstellung mancher Menschen aus heutiger Sicht etwas fragwürdig, was jedoch keine Kritik darstellt. Die Beschreibung der Amerikaner, welche direkt und schnell, ohne Konsequenzen zu handeln scheinen und sich andere Länder und Menschen ihre Meinung aufzwingen, bringt aus heutiger Sicht durchaus eine gewisse Ironie. In 80 Tagen um die Welt ist ein sehr empfehlenswertes Buch und zählt definitiv zu Jules Vernes besten Erzählungen.

Die letzten hundert Seiten dienen der Darstellung von im Buch verwendeten Informationen.

10/10





Mr. Monk und Mr. Monk



Mr. Monk und Mr. Monk stellt subjektiv gesehen, das bisher beste Buch dar und überzeugt besonders durch seine interessante Handlung, welche diesesmal die Fälle von zwei hervorragenden Ermittler beleuchtet. Nachdem ein ehemaliger Polizist in der kleinen Westernstadt Trouble ermordet wird und die zuständigen Ermittler durch ihre vermeintliche Inkompetenz den Fall nicht lösen können, wird Monk zu Rate gezogen. Doch bereits bei der Hinfahrt werden Monk und Natalie von der Vorhölle empfangen, als ein großer Schmetterlingschwarm gegen die Windschutzschreibe prallt und sich ihre Überreste auf dem gesamten Auto verteilen. Die Stadt selbst ist staubig, tollwütige Esel ziehen durch die Straßen, Bodenbretter sind locker und der örtliche Polizeichef ist ein ehemaliger Trinker, welcher jedoch durch seine unterkühlte Persönlichkeit, Natalie zu gefallen scheint. Auf ihren Untersuchungen stoßen sie auf ein weiteres Verbrechen und Monk ist bemüht, einen Zugüberfall vor einigen Jahrzehnten aufzuklären und vermutet, dass das entwendete Gold, welches nie gefunden wurde, direkt mit dem Mord zusammenhängt. Bei diesem Überfall kam der Zugführer und ein Wächter der Golden Rail ums Leben, zwei Komplizen wurden inhaftiert, doch der genaue Tathergang ist unbekannt. Doch die größte Überraschung erwartet sie in einem Museum, als sie auf Geschichten eines Mannes treffen, welcher ebenfalls unter Zwangsneurosen und Phobien litt. Artemis Monk, der Edelsteinprüfer von Trouble löste gelegentlich mit seiner verwitweten Assistentin Abbie Mordfälle für den örtlichen Sherrif und dessen Gehilfen. Doch nicht nur die Parallelen zu Monk und Natalie sind erstaunlich, auch das Aussehen des Mannes ist mit Monk ident. Einige Kapitel handeln ausschließlich über Artemis Monk und seiner Assistentin und bieten auf diese Weise, eine angenehme Abwechslung zur Haupthandlung. Das der ermordete Polizist eine vielzahl von Feinden besaß und einer davon sogar in der Nähe wohnt, erschwert den Fall zusätzlich.

Die Westernthematik bietet viele amüsante Situationen für Monk, welcher am liebsten wieder abreisen möchte. Doch wenn ihm ein Fall wirklich interessiert, muss er auch gelöst werden. Staub, tollwütige Esel, Selbstmordschmetterlinge, sein Schmutzfink und gelegentlich stinkende Assistentin (Einer der besten Dialoge), Halloweenmörder und dreckige Mechaniker sind nur ein paar Beispiele. Besonders positiv sind diesesmal die aufopfernden Handlungen von Natalie zu erwähnen, welche ihr Leben für Monk riskiert und der Fall stellt sich als einer der bisher gefährlichsten heraus. Auch Monk realisiert, dass Beide mehr als nur eine Arbeitsbeziehung verbindet und er Natalie als Freundin ansieht und sie ihr Leben füreinander einsetzen. Stottlemeyer und "Dirty Randy" wurden diesesmal leider kaum in die Handlung integriert.

9/10


Mr. Monk und die Wurzeln allen Übels


Mr. Monk und die Wurzel allen Übels grenzt sich angenehm von den anderen Büchern ab, da diesesmal Stottlemeyer und seine Beziehung zu Monk im Vordergrund steht. Monk wird nicht nur bei schwierigen Mordfällen zu Rate gezogen, sondern löst auch Fälle, welche ihm eigentlich nicht zugeteilt wurden, was Stottlemeyer gelegentlich belastet, da er selbst gewisse Zusammenhänge und Indizien nicht wahrnimmt. Dies zeigt er nur selten und er ist trotzdem froh, dass Monk diese Fälle löst, da ansonsten ein Mörder ungestraft entkommt. Es ärgert ihn jedoch auch, dass er anschließend inkompetent dasteht. Bei einer Polizeikonferenz eskaliert schließlich die Situation, als ein ehemaliger, zwielichtiger Polizist des Morddezernats ihn öffentlich demütigt und seine Inkompetenz publiziert, indem die Aufklärungsrate vor und nach Monks Einstellung beleuchtet wird. Nach anfänglicher Gleichgültigkeit, beschließt Leland jedoch, Monk zu entlassen und seine eigenen Fähigkeiten als Ermittler und die seiner Polizisten wieder unter Beweis zu stellen. Geldprobleme erleichten diese schwere Entscheidung, da sie sich Monks Hilfe vermeintlich nicht mehr leisten können. Doch bereits nach kurzer Zeit gelingt es Monk und Natalie, bei einem großen Konzern als Privatermittler zu arbeiten und ihr neuer Vorgesetzter zeigt sich ungewöhnlich großzügig. Monk darf zu Hause arbeiten, erhält eine zweite Assistentin, ein hohes Gehalt, einen Firmenwagen und auch alle Spesen werden übernommen. Das freut auch Natalie, da sie endlich keine Geldsorgen mehr hat und zusätzlich einen Firmenwagen verwenden kann. Jedoch wird diese schöne Arbeit getrübt, als Monk zu viele Fälle erhält, bis zur Erschöpfung arbeitet, sich gleichzeitig um Stottlemeyer sorgt und der Polizei Hinweise mitteilt. Der neue Arbeitgeber scheint Monk zunehmend auszunutzen und seine Konzentrationsfähigkeit zu stören. Stottlemeyer muss in der Zwischenzeit nicht nur am Mord an zwei Richtern ermitteln und wird zunehmend mit dem ehemaligen Polizisten konfrontiert, sondern wird selbst wegen Mordes festgenommen. Monk und Natalie versuchen trotz der Entlassung, Stottlemeyer zu helfen.

Auch dieses Buch überzeugt wieder durch seine amüsante, interessante Handlung und bietet viel Abwechslung. Im Kontrast zu den vorherigen Geschichten, scheint diese jedoch ernster und ausser Monks Obsession zu dem Windeltwister und seinen üblichen Phobien, sind diesesmal weniger amüsante Inhalte vorhanden, was jedoch der Handlung selbst mehr Interesse verleiht. Besonders Stottlemeyer und Natalies Beweggründe, warum sie eigentlich für Monk arbeiten und in welcher Beziehung sie zueinander stehen, wird gut dargestellt. Jedoch sind zwei Kritikpunkte zu erwähnen. Wie bei den meisten Büchern dieser Romanserie, wird der Leser nach kürzester Zeit den wahren Mörder erkennen, was jedoch durch die Tatsache, dass in der Fernsehserie der Täter meistens seit Beginn bekannt ist und der Weg zur Überführung das Interesse aufrecht erhält, nicht zu negativ wirkt. Am enttäuschensten wäre die Darstellung von Julie zu erwähnen, welche kaum Text erhielt und meistens Monk als verrückt und eigenartig bezeichnet, was beinahe ablehnend wirkt. Kenner der Serie wird das definitiv stören, da Julie Mr. Monk bereits sehr viel verdankt und ihn eigentlich trotz Phobien und Neurosen akzeptiert.

8/10


Mr. Monk und die Montagsgrippe


Mr. Monk und die Montagsgrippe zählt zu den besten Büchern der Reihe und ermöglicht Monk nicht nur eines seiner größten Ziele in seinem Leben zu verwirklichen, wieder Polizist zu werden, sondern er wird sogar Polizeichef des Morddezernats und erhält seine eigenen Detektivs. In San Francisco geht ein Serienmörder umher, welcher systematisch Joggerinnen ermordet und ihren linken Schuh entwendet. Die Medien bezeichnen ihn schon bald als den Golden-Gate-Mörder und nicht wie von Randy bevorzugt, den perversen Fußfetischist. Die Ermittlungen werden jedoch beeinträchtigt, als die Stadt die Gehälter, Pensionen und Versicherungen der Polizisten kürzt und jede Verhandlung zu scheitern scheint. Da Polizisten offiziell nicht streiken dürfen, melden sich die meisten von ihnen krank und auch Captain Stottlemeyer streikt. Der Bürgermeister ist darüber so sehr verärgert, dass kurzerhand Monk zum neuen Captain ernannt wird und ihm ehemalige Detektivs und Polizisten zur Verfügung gestellt werden. Dieses Vorgehen zieht nicht nur die Wut der Polizisten nach sich, sondern auch Natalie realisiert schnell, dass es nur ein manipulativer Schritt ist, den Streik zu brechen und Monk gleichzeitig als Verräter zu brandmarken. Nach anfänglicher Skepsis freut sie sich jedoch für ihn und unterstützt Monk bei jeder Gelegenheit, da er endlich einen seiner größten Träume, neben der inhaftierung von Trudys Mörder, erfüllen konnte. Monks Untergebene wurden jedoch aus sehr speziellen Gründen entlassen. Ein seniler alter Mann, welcher permanent Informationen vergisst und von seiner freizügigen Enkelin begleitet wird, ein aggressiver, brutaler Polizist, welcher schneller schießt, als überlegt und von seinem Aggressionsbewältigungstherapeuten begleitet wird (Definitive Parodie auf Tackleberry aus Police Academy) und die Chinesin Chow, welche einen Aluminiumhut samt Radioempfänger trägt und überall Verschwörungen von der Regierung und Ausserirdischen vermutet, welche von ihrem Psychiater begleitet wird. Nach einigen Schwierigkeiten bildet das Team aus psychisch beeinträchtigten Menschen und deren Assistentinnen (Natalie eingeschlossen) eine Einheit, welche die schwierigsten Mordfälle lösen.

Gleichzeitig ist ein zweiter Serienmörder aktiv, welcher ihre gesamte Aufmerksamkeit fordert. Nachdem eine Astrologin ermordet aufgefunden wird, wird ein Mann von einem Auto überfahren, eine Frau vor einen Bus gestoßen und noch weitere Menschen sterben auf skurile Arten, welche zunächst kein Muster zu ergeben scheinen. Die Polizisten versuchen gelegentlich, Monks Ermittlungen zu erschweren, indem zum Beispiel Natalies Reifen zerstochen werden, oder sie einen Strafzettel erhält. In diesem Buch wirken besonders die ungleichen Charaktere sehr interessant und wie diese mit den merkwürdigsten Fähigkeiten zusammenarbeiten. Auch die Beziehung zwischen Monk, Natalie und Julie wurde sehr wärmend und liebevoll gestaltet, als Monk zum Beispiel Julie in einem Streifenwagen mitfähren lässt und ihr das Polizeigebäude zeigt. Im Gegensatz zu Mr. Monk und die Wurzeln allen Übels, wurde Julie hier authentischer in das Buch integriert. Subjektiv gesehen, das beste Monkbuch neben Mr. und Mr. Monk, obwohl bisher keines der Bücher negative Inhalte bietet. Im Januar 2011 wurde in Amerika das elfte Buch veröffentlicht, welches nach dem Serienfinale handelt und es wurden bereits zwei weitere angekündigt. So dürfen sich Leser auch noch weiterhin auf eine qualitative Unterhaltung freuen.

8/10

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