Monk Romane

Da ich ein großer Fan der Serie bin, lese ich nun alle Bücher, deren Qualität definitiv mit dieser mithalten kann. Ein positiver Aspekt ist, dass die Bücher aus der Sicht von Natalie geschrieben sind und somit Monk aus der Perspektive von Aussenstehenden beschrieben wird und gleichzeitig mehr Details offenbart werden. Das elfte Buch spielt chronologisch nach der Serie und ermöglicht auf diese Weise neue Abenteuer. Hier ein kleiner Einblick von drei Büchern:

Bonjour, Mr. Monk

Bonjour, Mr Monk spielt übergreifend nach dem 6 Buch und handelt von Natalies streben, endlich einen ruhigen Urlaub verbringen zu können, weshalb sie Mr. Monk dahingehend manipuliert, nach Paris zu reisen. Für Natalie stellt Paris nicht nur eine schöne Stadt dar, sondern konfrontiert sie gleichzeitig mit ihrer Vergangenheit und ihrem Ehemann Mitch. Doch bereits der Flug verläuft ungewollt gewohnt, als ein Mann ermordet wird und Monk den Fall ohne Probleme löst und sich mehr über das Sicherheitssystem des Flugzeuges, als über den Mord ärgert. Wozu benötigt man schließlich Schwimmwesten, jedoch keinen Fallschirm in einem Flugzeug? Am Flughafen von Paris werden sie von Inspektor Le Roux und seinem Partner begeistert empfangen, welchen Monk bereits während der Fernsehserie bei einem Mordfall behilflich war. Nachdem sie ein vermeintlich perfektes Hotel beziehen und Natalie die Idiotie von europäischen Geschosseinteilungen anhören muss, wird die Stadt erkundigt. Leider muss Natalie feststellen, dass der Tourismus wie in vielen Städten, die Atmosphäre mehr beeinträchtigt als fördert und ihr subjektives Paris, in welchem die Liebe zu Mitch verdeutlicht wurde, ist kaum noch vorhanden. Während die Sehenswürdigkeiten auf Monk eher abweisend wirken, entdeckt er ein Restaurant, in welchem perfekte, quadratische Sandwiches und Sierra Springs verkauft wird. Der Rest von Paris, ist daher irrelvant. Bis sich Monk einen lang ersehnten Traum erfüllen möchte und sich das Pariser Kanalisationssystem ansehen möchte. Adrian Monk besichtigt freiwillig ein Kanalisationssystem, da diese Reinlichkeit und Ordnung maßgebend für spätere Hygiene war. Aus Sicherheitssgründen kann ein Sicherheitsanzug jedoch nicht schaden.

Die eigentliche Handlung beginnt, als Monk die Katakomben von Paris besichtigt, welche Millionen von Leichen beherbergt. Ein Teil davon, wird relativ pietätlos als Touristenattraktion vermarktet. Während der französischen Revolution, der Terrorherrschaft von Robespierre (An dieser Stelle sei auch der Film Danton mit Gerard Depardieu zu empfehlen) und den zahllosen Todesopfern von Krankheiten und Seuchen, wurden ganze Friedhöfe überfüllt und die Überreste abgetragen. Doch einer der Schädel unterscheidet sich von den Anderen und Monk realisiert, dass diese Person erst seit geraumer Zeit gestorben sein muss. Doch soll es nicht bei einem Mord bleiben und für Natalie nimmt der Urlaub ein ungewolltes Ende. Wie die bisherigen Bücher von Monk, überzeugt auch Bonjour, Mr. Monk durch große Detailverliebtheit und Originaltreue, was sowohl den Fans der Serie, als auch neue Leser ein ungestörtes lesen ermöglicht. Für Kenner der Serie wirken die ersten paar Seiten der Bücher relativ lustlos, da diese bereits alle Neurosen und Phobien von Adrian Monk kennen, doch erlaubt es auch Aussenstehende, schnelle Sympathie für ihn zu gewinnen. Besonders hervorragend wirkt in diesem Buch die Beziehung zwischen Monk und Natalie, da Monk zunehmend seine emotionale Seite offenbart, auch wenn die kleinen, für den Humor nötigen Konfrontationen vorhanden sind. Auch die Kritik an der zunehmenden Modernisierung und kulturellen Zerstörung von Städten, weiß zu überzeugen. Der Eifelturm soll eine gewisse Würde ausstrahlen und nicht wie ein billig beleuchtetes Präservativ wirken.

Mr. Monk besucht Hawaii


Mr. Monk besucht Hawaii stellt definitiv eines der besten Bücher der Reihe dar und überzeugt besonders durch den Szenenwechsel von San Francisco zum vermeintlichen Urlaubsziel. Nachdem Monk einen Mord in einem Krankenhaus löst, offenbart ihm Natalie, dass sie nach Hawaii reist um an der Hochzeit ihrer besten Freundin teilzunehmen. Da Monk nicht ohne Assistentin sein möchte, beschließt er, ein bewusstseinsveränderndes Medikament zu nehmen und folgt Natalie heimlich ins Flugzeug. Serienkenner dürfen sich auf ein Wiedersehen mit King Monk freuen. Nach einem sehr langen Flug und dem Beziehen des Hotels, folgen auch die ersten Probleme. Nicht nur die Hochzeit wird ein Disaster, sondern auch der erste Mord wird verübt und Natalie muss erkennen, dass sich der Urlaub nur noch bedingt genießen lassen wird. Eine reiche Touristin wurde von einer Kokosnuss erschlagen und soll daraufhin im Pool ertrunken sein. Monk verdächtigt sofort den auffällig jungen Ehemann, welcher sie nur des Geldes wegen geheiratet haben soll, doch ist sein Alibi wasserdicht, da er zum Zeitpunkt des Mordes schnorcheln war und dies auch auf einem Video aufgezeichnet wurde. Auf diesem Video befindet sich auch eine junge Dame, welche seine Interesse weckt. Der zuständige Lieutenant scheint Monks Hilfe sehr zu schätzen und ihn regelrecht auszunutzen, um auch weitere Fälle lösen zu können. Hawaii selbst ist ein wunderschönes Urlaubsziel, wenn nicht an jeder Wand Geckos krabbeln würden, die Bediensteten die Handtücher aufrollen und einen unendlichen Vorrat von Toblerone auffüllen würden und Monk und Natalie systemathisch neue Mietautos benötigen würden. Diebstahl, Unfälle, ausgetauschte Sitze, irgendetwas scheint nicht zu stimmen. Natalie wird zunehmend mit ihrer Vergangenheit und ihrem verstorbenen Ehemann konfrontiert, als sie auf das Medium Dylan Swift trifft, welcher Kontakt mit den Toten herstellen kann und ihnen Details über den Mord erzählt, welche eigentlich unbekannt sein müssten. Monk realisiert jedoch schnell, dass es sich um einen Betrug handeln muss und Swift die Menschen zu seinem eigenen Vorteil ausnutzt. Hier wird besonders die Beziehung zwischen Monk und Natalie sehr gut dargestellt.

Wie auch die Serie, kann Mr. Monk besucht Hawaii, durch die einmaligen Figuren und den häufigen Wendungen überzeugen. Der Vorteil des Buches ist, dass die Handlung und die Emotionen der Figuren detaillierter dargestellt werden können und viele Nebengeschichten erzählt werden. So verletzt sich Natalie am Bein und wird von Monk verarztet, neue Details über Natalies Ehemann und Monks Mutter werden offenbart, viele humorvolle Situationen erzählt. Besonders die Restaurants und Essgewohnheiten auf Hawaii, versetzen Monk in regelrechtes Entsetzen. Die Beschreibung der Insel, auch wenn Monk nicht glauben kann, dass es sich noch immer um Amerika handeln soll, wurde sehr authentisch dargestellt und der Leser erhält eine ungefähre Vorstellung. Negativ sei zu erwähnen, dass wie bei den anderen 9 Büchern, die ersten Seiten eine Einleitung von Monk darstellen, welche den meisten Zusehern und Leser bereits bekannt sein dürfte. Aber auf diese Weise, finden auch Aussenstehende, schnellen Anschluss. Im Jänner 2011 erscheint Band 11 und handelt nach den Geschehnissen der Serie und es wurde bereits Band 13 angekündigt. Monk wird also nicht zu schnell enden. Wenn die Qualität der Bücher auch weiterhin auf diesem Niveau beruhen, definitiv eine gute Nachricht.

Mr. Monk und die Außerirdischen

Mr. Monk und die Außerirdischen stellt einen der skurrilsten Fälle von Monk dar, da mehrere Morde gleichzeitig aufgedeckt werden müssen und zunächst kein Zusammenhang erkennbar ist. Nachdem der berühmte Besitzer von Burgerville, einer Fastfoodkette, vermeintlich durch einen professionellen Auftragsmörder exekutiert wurde, erhält Stottlemeyer bereits den nächsten Mord. Conrad Stipe, der Erfinder der berühmten Science Fiction Serie Beyond Earth, wurde bei einem Kongress durch einen Kopfschuss getötet. Dies geschah vor den Augen der Fans und von mehreren Kameras gefilmt, was Monk zu dem Schluss kommen lässt, dass der Mörder absichtlich als Fan gelten wollte. Zudem wurde der Mord mit einem einzigen, perfekten Schuss verübt, was Monk daran zweifeln lässt, ob es sich tatsächlich nur um einen fanatischen Fan handelt. Doch warum sollte ein Fan den Produzenten der Lieblingsserie ermorden? Beyond Earth wurde nach nur zwei Staffeln wegen mangelnden Erfolg eingestellt und sollte nun eine Neuinterpretation erhalten. Die früheren Helden sind nun jedoch psychisch gebrochene Figuren und der Protagonist soll dies kompensieren, indem er einfach mit allen weiblichen Aliens schläft. Für die wahren Fans, kommt dies einer vergewaltigung ihrer Lieblingsserie gleich und Conrad Stipe gab sein Einverständnis dafür. Stotllemeyer und Disher, welcher zu einer Spezialeinheit der Leichenschändung befördert wurde, sehen dies als definitives Mordmotiv. Monk vermutet jedoch, das alle Morde zusammenhängen und begibt sich in den Sumpf der Fangemeinschaft, welche deutlich eine Parodie auf Star Trek darstellt. Natalie kann ihn diesesmal nur mit großen Mühen davon abhalten, andere Menschen zu beleidigen oder fatale Fehler zu begehen. Denn in dieser Fangemeinschaft ist alles surreal. Menschen kleben sich Rüssel an die Nase, lassen sich ihre Ohren umoperieren, sprechen Phantasiesprachen und zahlen ein Vermögen für jeden sinnfreien Artikel. Monk muss gleichzeitig realisieren, dass sein eigener Bruder Ambrose einer dieser Verrückten ist und bereits zahlreiche Bücher verfasste und diese Phantasiesprache fließend beherrscht. Ambrose leidet an Agoraphobie und kompensiert seine soziale Isolation, indem er sich mit Fans der Gemeinschaft austauscht. Monk ist davon sichtlich enttäuscht, doch ist er gezwungen bei Ambrose zu leben, da er seinen Teppich verunreinigte und sein Haus somit nicht mehr bewohnbar ist. Doch soll Ambrose noch eine wichtige Hilfe bei diesem Fall sein.

Bsonders hervorzuheben ist in diesem Buch die Beziehung zwischen Monk und Natalie, welche ihrem Arbeitsgeber helfen möchte, den Kontakt zu seinem Bruder zu verbessern und ihm dabei häufig widerspricht und selbst etwas gereizt ist, da sie seit einigen Tagen alleine zu Hause ist und realisiert, dass sie selbst sehr einsam ist und dies kompensiert, indem sie sich zu sehr an andere Menschen klammert. Dies geht sogar so weit, dass sie befürchtet, Monk könnte sie entlassen. Gleichzeitig versucht Natalie Monk zu erklären, dass alle Menschen ihre Obsessionen und Vorlieben besitzen und Monk nicht permanent andere Menschen kritisieren sollte nur weil sie seiner subjektiven Realität nicht entsprechen. Der gewohnte Charme der Serie ist auch hier wieder vorhanden und kann definitiv überzeugen, auch wenn subjektiv betrachtet, Mr. Monk besucht Hawaii und Bonjour, Mr. Monk etwas besser inszeniert wurden. Mr. Monk und die Außerirdischen konfrontiert den Leser innerhalb kürzester Zeit mit mehreren Morden und lässt erst nach der Hälfte des Buches eine gewisse Ruhe aufkommen, um über alle Fakten nachdenken zu können. Das gelungene Finale verwirft jedoch die kleinen Mängeln zu Beginn und das Buch erweist sich als einer von Monks besten und auch amüsantesten Fälle.

8,5/10

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