Children Of Men



Children Of Men spiegelt ein sehr düsteres und bedrückendes Endzeitszenario wider, welches Aufgrund seiner realen Darstellung und Parallelen zu unserer eigenen, möglichen Zukunft überzeugen kann. Die Handlung spielt im Jahre 2027 und seit 18 Jahren können aus einem unbekannten Grund, Frauen keine Kinder mehr gebären. Die Menschheit geht ihrem Untergang entgegen. Nur London scheint vermeintlich von dem Chaos in den anderen Ländern nicht sehr betroffen zu sein und illegale Einwanderer werden auf menschenunwürdige Weise in Käfigen gesperrt und in isolierte Stadtteile integriert. Die Geschichte beginnt, als der jüngste Mensch der Welt ermordet und Theo Faron, der Protagonist des Films, von Terroristen entführt wird. Die "Fishes" kämpfen gegen das Immigrantensystem und leisten Widerstand gegen die Regierung. Unter ihnen befindet sich auch Julian, Theos Exfrau. Sie bittet ihn darum, Transitpapiere zu besorgen und eine afrikanische, schwangere Frau zu einem Schiff des "Human Project" zu begleiten. Während Theo und einige Anhänger der Fishes zu ihrem Stützpunkt fahren, werden sie plötzlich von Unbekannten angegriffen und es treten Ereignisse in Kraft, wodurch Theo, Kee und eine Begleiterin, von der Widerstandsbewegung selbst verfolgt werden und bei Theos Freund Zuflucht suchen. Kee stellt die einzige Hoffnung der Menschheit dar, um den sicheren Exitus zu vermeiden. Warum sie als einzige Frau schwanger werden konnte, ist ungewiss. Doch die Ironie ist gegeben, dass ausgerechnet eine junge Frau aus Afrika, wo alles Leben entstand, neues Leben gebärt.

Theos Freund Jesper, ist selbst ein gealteter Aktivist und sorgt sich um seine geistig und körperlich beeinträchtigte Frau. Er besitzt eine sehr ruhige und unbekümmerte Art, mit welcher er die aufgebrachten Gäste beruhigen kann. Die Priorität liegt darin, Kee in den Immigrantenbezirk zu bringen, um von dort aus zum rettenden Schiff zu gelangen. Children Of Men erzeugt eine sehr düstere und bedrückende Atmosphäre und wirkt häufig regelrecht angsteinflößend, da die gezeigte Problematik sehr real wirkt. Besonders die Figurenentwicklung hebt sich sehr angenehm von anderen Filmen ab. Sowohl die Hauptfiguren wie auch die vermeintlichen Antagonisten wirken sehr menschlich und ein Leben bedeutet in dieser verzweifelten Welt nicht viel. Dies wird besonders in den gelegentlichen Todessequenzen deutlich. Charaktere, welche der Zuseher den ganzen Film über begleitet sterben, ohne besonders darauf einzugehen, was gerade dadurch erschreckender wirkt, als wenn ein explizites Finale und ein regelrechter Showdown inszeniert werden würde. So stirbt zum Beispiel ein Widerstandskämpfer, mit welchem Theo gelegentliche Konfrontationen hatte und dessen Motive durchaus nachvollziehbar waren, einfach im offenen Kampf, binnen einer Sekunde und der Film geht weiter. Gerade diese Gewaltdarstellung erzeugte eine tiefe Atmosphäre, ist jedoch überaus explizit dargestellt worden.

Die Kameraführung und die Kulisse wurde sehr gut gestaltet und besonders die Umgebungen und die Landschaften wurden sehr symbolisch integriert. Eine der denkwürdigsten Szenen im Film war, als sie in einer zerstörten, verlassenen Schule Zuflucht suchen oder als die Soldaten still verharren, während Theo und Kee an ihnen vorbeigehen und diese vermeintliche Stille plötzlich zerrissen wird. Ein Ort, an welchem schon lange kein Leben mehr herrscht und einen düsteren Kontrast zur eigentlichen, fröhlichen Stimmung von Kinderschulen bildet und somit die Melancholie und Verzweiflung der Menschheit noch stärker nahebringt. Die Kameraführung war subjektiv gesehen eine der besten, die ich bis jetzt in einem Film sah und konnte besonders im Kriegsszenario eine regelrechte Panik und ein Angstgefühl erzeugen, da der Zuseher selbst das Gefühl verspürt, im Geschehen zu sein, was durch die häufigen Schwankungen, der gewollten Unruhe und Effekte gesteigert wurde. Während des Finales wird sogar eine Aufnahme produziert, in welcher beinahe 5 Minuten kein einziger Schnitt zu erkennen ist.

10/10

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