Dieser Blog wurde geschlossen. Sämtliche Fotos befinden sich bei Deviantart


Dieser Blog wurde geschlossen. Sämtliche Fotos befinden sich bei Deviantart.
http://leonsfilmreviews.deviantart.com/

Akte X - Der Film


Akte X - Der Film handelt von den Geschehnissen zwischen der fünfsten und sechsten Staffel der Fernsehserie und behandelt viele offene Fragen. Was bewirkt das schwarze Öl, welches in der Serie auch als schwarzer Krebs bekannt ist, was geschah mit dem "Well Manicured Man" und wie weit ist die geplante Kolonisierung durch Außerirdische bereits fortgeschritten? Die Handlung beginnt, als in Texas ein kleiner Junge in eine Höhle stürzt und plötzlich von einer schwarzen Substanz umgeben wird. Bereits nach kurzer Zeit wird das gesamte Gebiet unter Quarantäne gestellt und betroffene Personen von der Unglücksstelle entfernt. Währenddessen müssen Mulder und Skully, welche zu diesem Zeitpunkt nicht mehr mit den X-Akten betraut sind, bezüglich einer Bombendrohung ermitteln, welche leider ein fatales Ende nimmt und den Tod von mehreren Menschen verursacht. Mulder ist davon überzeugt, dass sich keine Personen im Gebäude befunden haben können und sowohl er, als auch Skully, müssen nun beweisen, wie es zu dieser Katastrophe gekommen ist. Währenddessen beratet sich C.G.B. Spender, den Fans als "Der Krebskandidat" bekannt, und das Syndikat, welches in Akte X seit jeher im Hintergrund ihre Fäden ziehen, wie sie mit der neuen Situation bezüglich des schwarzen Öls und des tatsächlichen Effekts, sowie mit der Kolonisierung umgehen sollen. Der "Well Manicured Man" soll schließlich die Situation mit Mulder klären. Dieser soll sich hingegen mit einem geheimen Informanten treffen und erfährt Dinge, welche ihn und seine Partnerin nicht nur in Lebensgefahr, sondern auch der lang ersehnten Wahrheit näherbringen. Mehr kann an dieser Stelle auch nicht erörtert werden, da die Handlung des Films massive Spoiler und Parallelen zur Serie beinhaltet.

Die Inszenierung von "Akte X - Der Film" ähnelt jener der Serie und auch die Chemie zwischen den beiden Protagonisten bleibt bestehen. Im Grunde ähnelt der Film den bekannten Staffel-Finalen, nur dass lose Episoden aneinandergereiht wurden. Zumindest hatte ich dieses Gefühl beim Ansehen. Die Spannung wird sehr langsam aufgebaut und das eigentliche Ende wirkt etwas abrupt, was jedoch die Qualität des Films nicht besonders beeinträchtigt. Dem Zuseher sollte jedoch bewusst sein, dass Vorkenntnisse der Serie essentiell sind und der Filme nicht einmal annähernd die gleiche Atmosphäre entfaltet, wie sie Fans verspüren werden. Charaktere wie der Krebskandidat, der Well Manicured Man oder die Protagonisten werden erst mit den Hintergrundinformationen der Serie interessant. Im Großen und Ganzen ist Akte X - Der Film eine interessante Ergänzung der Serie, welche aber ebenso in drei Episoden zu einer Staffelfinale hätte spielen können. 

Ame & Yuki


Ame & Yuki (2012) ist ein ruhiger, angenehmer Anime, welcher den Zuseher mit einem wohligen Gefühl zurücklässt und sich sehr auf die Emotionen der Charaktere konzentriert. Wer sich mit der Geschichte des Films einlässt, wird mit einem Anime belohnt, welcher auf ganzer Linie überzeugt. Ame & Yuki beginnt mit einer Rückblende, in welcher die Mutter von Ame und Yuki, eine Studentin namens Hana, ihren zukünftigen Mann kennenlernt und sich ihm langsam nähert. Was sie zu diesem Zeitpunkt nicht ahnt, ist, dass es sich bei ihm um einen Wolfsmenschen handelt, welcher sowohl als Mensch, wie auch als Wolf leben kann. Je nach Bedarf. Dieses Kriterium kann ihre Liebe jedoch nicht beeinträchtigen und so werden schon bald ein Mädchen namens Yuki (Schnee) und ihr jüngerer Bruder Ame (Regen) geboren. Leider ist das Schicksal des Öfteren grausam und der Vater der Kinder stirbt kurz nach Beginn des Films, worauf Hana sich alleine um ihre Kinder kümmern muss, was nicht immer einfach ist. Wären die menschlichen Eigenschaften noch relativ einfach zu handhaben, bereiten die tierischen Verhaltensweisen schon bald Probleme. Nächtliches Heulen, Beschwerden wegen angeblicher Haustiere und das Jugendamt macht sich ebenfalls sorgen. Da sich die Mutter um ihren Nachwuchs sorgen muss, kann sie auch keiner Arbeit nachgehen und die Ersparnisse ihres Mannes neigen sich langsam dem Ende zu. Da das Geheimnis um Ame und Yuki immer schwieriger zu hüten ist, beschließt Hana, auf das Land zu ziehen. Hier können sich die Kinder auch richtig entwickeln und während Yuki sehr aktiv und energisch ist, wirkt Ame introviert und kränklich, benötigt immer den Schutz der Mutter.

Doch die hilfsbereiten Nachbarn beginnen schon bald, sich um die alleinstehende Mutter zu sorgen und unterstützen sie. Die weitere Handlung beleuchtet die Erziehung der Kinder, ihre Entwicklung und die Liebe der Mutter zu ihren Kindern, welche sich im Laufe der Handlung entscheiden müssen, ob sie als Mensch oder Wolf leben möchten. Neben den sympathischen Figuren, überzeugt besonders die grafische Gestaltung und die ruhige Musikuntermalung. Die Atmosphäre des Films wechselt stets zwischen wärmenden, lustigen und nachdenklichen Szenen, ohne zu ernste Inhalte zu beleuchten. Wie bereits erwähnt, konzentriert sich der Film ausschließlich auf die Charaktere und ihre Emotionen. Action oder zu übertriebene Inhalte (abgesehen von der Tatsache, dass es sich bei den Kindern um Wolfsmenschen handelt), sollten nicht erwartet werden. Sehr lobenswert ist auch die lange Spielzeit von zwei Stunden und ich persönlich kann an diesem Film keine nennenswerten Kritikpunkte entdecken und möchte auch nicht zwanghaft nach ihnen suchen. Der Film unterhält, hinterlässt ein schönes Gefühl, bietet eine nette Handlung und fesselt zwei Stunden an den Fernseher. Was erwartet der Zuseher mehr von einem Anime? Definitiv eine Kaufempfehlung.

12 Uhr mittags


12 Uhr mittags zählt zurecht zu den Klassikern unter den Western und konzentriert sich besonders auf die Darstellung der Bevölkerung und nicht auf übertriebene Duelle oder Actionelemente. Will Kane (Gary Cooper) arbeitet als Marshal in der kleinen Stadt Hadleyville und beschließt, ein neues Leben mit seiner Frau und Quäkerin Amy (Grace Kelly) zu beginnen. Die Stadt verlassen und ein friedliches Dasein genießen. Leider erfährt Kane, dass der berüchtigte Verbrecher Frank Miller (Ian MacDonalds), welchen er selbst inhaftiert hatte, begnadigt wurde und nun auf Rache sinnt. Er soll um 12 Uhr mittags mit dem Zug ankommen, an dessen Bahnhof bereits seine Bande auf ihn wartet (Lee van Cleef). Will Kane ist sich jedoch unschlüssig, ob er sich Miller stellen soll, da eine Auseinandersetzung mit hoher Wahrscheinlichkeit tödlich enden könnte. Auch seine Frau stellt ihn vor ein Ultimatum. Sollte Will sich für das Duell entscheiden und leichtsinnig sein Leben riskieren, wird sie ihn verlassen. Das nächste Problem ist, dass er offiziell gar kein Marshal mehr ist, da er schließlich die Stadt verlassen wollte. Diesen Umstand verwendet der Großteil der Bevölkerung auch als Ausrede, um ihm nicht helfen zu müssen. Selbst vermeintliche Freunde enttäuschen ihn und jene, welche Kane unterstützen möchten, sind entweder zu jung, betrunken, krank oder Herumtreiber. Will Kane scheint mit seiner Entscheidung alleine zu sein. Keine Hilfe, keine Unterstützung, nur Enttäuschungen. Währenddessen läuft die Zeit ab und es ist ungewiss, was um 12 Uhr mittags geschehen wird.

Gary Cooper verkörpert den Protagonisten Will Kane hervorragend und der Zuseher entwickelt sofort ein tiefes Sympathiegefühl, da seine Situation nachvollziehbar und schwierig ist. Nicht nur, dass er sein Leben oder seine Frau verlieren könnte, selbst wenn er die Stadt verlässt und flieht, so würde ihn Frank Miller und seine Bande mit hoher Wahrscheinlichkeit verfolgen. Aber auch diese Tatsache möchte niemand sehen. Die Inszenierung von 12 Uhr mittags ist ruhig und der Film lässt sich Zeit, die einzelnen Figuren und die Handlung nahezubringen. Nur der Antagonist selbst bleibt relativ blass, doch ist er im Grunde nur Mittel zum Zweck, um die Reaktion der Bevölkerung gegenüber eines Mannes zu beleuchten, welcher sie über Jahre hinweg beschützt hat. In schwierigen Zeiten entscheidet sich, wer tatsächlich zu einem Menschen hält. Die letzte halbe Stunde des Films ging zurecht in die Filmgeschichte ein. Auch wenn die Laufzeit nur 85 Minuten beträgt, so werden alle wichtigen Inhalte ausreichend beleuchtet. Wer Western mag und sich mit einem Film auseinandersetzen möchte, welcher dieses Genre revolutioniert hat, wird um 12 Uhr mittags nicht vorbeikommen.

Butch Cassidy and the Sundance Kid


Butch Cassidy and the Sundance Kid beruht nicht nur auf einer wahren Begebenheit, sondern besitzt ungewöhnliche Stilmittel und Kameraaufnahmen. Bei Butch Cassidy and the Sundance Kid handelt es sich um zwei Verbrecher, welche gegen Ende des 19ten Jahrhunderts mit ihrer Hole in the Wall Gang Banken und Züge ausrauben, auch wenn es gelegentlich zu Problemen in der Gruppe kommt. Während Butch sehr lebhaft und unbekümmert wirkt, verhält sich der Revolverheld Sundance Kid introvertiert und mürrisch. Leider begehen die beiden Komplizen einen fatalen Fehler, als sie zweimal denselben Zug ausrauben und den Besitzer gegen sich aufbringen. Dieser zögert nicht lange und setzt den berühmten Fährtenleser Lefors und mehrere erstklassige Männer auf die beiden Gesetzlosen an. Nachvollziehbar, da sie trotz aller Sympathie nun einmal Verbrecher sind. Während Cassidy nach Bolivien möchte, bevorzugt Kid Mexiko. Leider muss Bolivien noch warten, da sie ihre Verfolger bemerken und durch die Einöde gejagt werden. Ihr Ziel ist jedoch klar. Die Männer abhängen, Sundance Kids Geliebte abholen und in Bolivien ein neues, wenn auch noch immer gesetzloses Leben beginnen. Auf ihrem Weg erleben sie sowohl amüsante, wie auch ernste Begebenheiten und bis heute weiß niemand genau, was aus ihnen geworden ist.

Der Humor von Butch Cassidy and the Sundance Kid ist sehr gelungen und die beiden Freunde ergänzen sich hervorragend. Zum Beispiel fragt sich Butch, wie die Verfolger ihre Spuren auf einer Steinebene verfolgen können. "Ich kann das nicht. Kannst du das? Wieso können die das?". Die Dialoge zwischen den beiden Halunken laden häufig zum Schmunzeln ein und manchmal weiß der Zuseher nicht, ob es sich nun um eine Komödie oder im späteren Verlauf doch um einen ernsten Film handelt. Wie bereits erwähnt, verwendet der Film besondere Effekte, welche nur selten in dieser Form zu sehen sind. So wechselt die Farbgebung in besonderen Szenen in einen sepiafarbenen Ton oder gewisse Inhalte werden mit retuschierten Fotos wiedergegeben. Besonders das Ende ging in die Filmgeschichte ein und die Kameraarbeit von Conrad L. Hall (Road to Perdition) ist atemberaubend schön. Robert Redford und Paul Newman ergänzen sich hervorragend und verkörpern ihre Rollen sehr authentisch. Sie wirken tatsächlich wie zwei befreundete Komplizen, die sich bereits seit langer Zeit kennen und diese Sympathie ist jederzeit spürbar. Auch der Soundtrack ist ungewöhnlich (besonders die Musikuntermalung in Bolivien). Das Ende mag etwas abrupt wirken, doch tröstet die Inszenierung darüber hinweg.

Regie: George Roy Hill
Produktion: Paul Monash
Kamera: Conrad L. Hall
Musik: Burt Barachach
Produktionsjahr: 1969
Laufzeit: 105 Minuten

Paul Newman: Butch Cassidy
Robert Redford: Sundance Kid
Katharine Ross: Etta Place
Ted Cassidy: Harvey Logan
Cloris Leachman: Agnes
Strother Martin: Percy Garris
George Furth: Woodcock
Kenneth Mars: Marshal

Serpico


Serpico beruht auf einer wahren Begebenheit und handelt von einem jungen Polizisten, welcher sich der zunehmenden Korruption und Intrigen der Polizei entgegenstellt. Frank Serpico hatte bereits als kleiner Junge den Wunsch Polizist zu werden, um seinem Umfeld zu helfen und eine gewisse Autorität auszustrahlen. Leider wird dieses Ziel bereits am ersten Tag zerstört, als er die Arbeitsmethoden der New Yorker Polizei kennenlernt. Bestechungsgelder, Schutzgeld, Misshandlung von Inhaftierten und zahlreiche illegalen Aktivitäten. Je mehr Serpicos Traum von seinem idealisierten Beruf zerfällt, so verändert sich auch sein Äußeres. Er lässt seinen Bart und sein Haar wachsen, kleidet sich anders wie seine Kollegen und zieht bald Aufmerksamkeit auf sich. Da er sich weigert, Schmiergeld anzunehmen und bei seinen Vorgesetzten die illegalen Aktivitäten meldet, ein zusätzliches Stigmata. Doch selbst die Vorgesetzten sind daran beteiligt, worauf Serpico in den nächsten 10 Jahren häufig versetzt wird und auch als Zivilpolizist arbeitet. Serpico versucht dieses Verhalten der Polizei zu publizieren, doch steht er diesem Unterfangen, abgesehen von einem Kollegen und später einem Inspektor, alleine gegenüber. Selbst ein erwartetes Gespräch mit dem Bürgermeister wird zu Beginn verworfen. Durch diese Korruption und dem Druck der Kollegen, verändert sich auch Serpicos Persönlichkeit, was auch die Beziehung zu seiner Freundin beeinträchtigt. In seinem Privatleben ist er jedoch eigentlich sehr genügsam, lebt bescheiden mit einigen Tieren in einer kleinen Wohnung und zieht eine ruhige Atmosphäre und Ordnung vor. Doch all dieser Druck fordert seinen Tribut. Kollegen sprechen kaum noch mit ihm und möchten auch nicht mit ihm zusammenarbeiten, er wird offen attackiert und beleidigt oder sogar als homosexuell dargestellt.


Doch nach jahrelangem Einsatz gelingt es durch Kontakt zur New York Times und einem Untersuchungsausschuss, die Polizei öffentlich anzuprangern. Die größte Gefahr ist jedoch, die Zeit bis zur Gerichtsverhandlung zu überbrücken, da die Polizisten ihn nun offen bedrohen und wenn er nicht aus den eigenen Reihen einen Unfall erleidet, so könnte er vielleicht in einer Gefahrensituation alleine sein. Leider verrät der Film bereits zu Beginn das Ende, weshalb ich hier bewusst Informationen vermeide. Serpico lebt besonders durch die schauspielerische Leistung von Al Pacino, welcher die sympathische Rolle sehr authentisch spielt und auch sein Äußeres dementsprechend anpasst. Interessant ist die Tatsache, dass Serpico rückwärts gedreht wurde und Bart und Haar für die anfänglichen Szenen geschnitten wurden. Die Handlung überzeugt besonders durch den dargestellten Wandel des etwas naiven und motivierten Neuling zum introvertierten, exzentrischen Einzelgänger, welcher gegen Korruption und Intrigen ankämpft und daran zu zerbrechen droht. Die Blu Ray besitzt eine gute Schärfe und Farbgebung, auch wenn bedeutend bessere Konvertierungen älterer Filme existieren. Ob sich ein Neukauf tatsächlich lohnt, muss jeder Zuseher selbst entscheiden. Sollte sich der Film noch nicht in der Sammlung befinden, tendiere ich zum Kauf der Blu Ray.

Der gebrochene Pfeil



Der gebrochene Pfeil ist einer der ersten Western, welcher sich mit der indigenen Bevölkerungsgruppe Amerikas auseinandersetzt und die Indianer nicht als brutal oder bösartig darstellt, sondern als Menschen, welche Krieg führen um ihr Land zu verteidigen und viele Verluste ertragen müssen. Tom Jeffords (James Stewart) rettet einem jungen Apachen das Leben und pflegt ihn gesund. Ein Verhalten, welches während dem Krieg zwischen den Völkern sehr unüblich ist und auch die anderen Chiricahua-Apachen können die Beweggründe des Weißen nur bedingt nachvollziehen. Sie beschließen, ihn nicht zu töten, verweisen ihn jedoch aus ihrem Gebiet. In der Stadt glaubt niemand Jeffords Geschichte und die meisten Einwohner vertreten die Meinung, dass die Indianer den Krieg begonnen haben, was nicht den Tatsachen entspricht. Tom beschließt, mit dem Häuptling Cochise (wie auch General Howard, eine historische Persönlichkeit) ein Friedensabkommen bezüglich der Postkutschenüberfälle zu vereinbaren und sein Mut beeindruckt Cochise ebenfalls. Nicht nur das, Jeffords spricht auch ihre Sprache und versucht, ihre Kultur und ihre Bräuche nicht nur zu verstehen, sondern auch nachvollziehen zu können. Und tatsächlich halten sich die Apachen an das Abkommen, was jedoch den kriegerischen Auseinandersetzungen keinen Einhalt gebietet. Denn ob Weiße oder Ureinwohner, beide Seiten haben ihre eigenen Beweggründe und es kommt regelmäßig zu Kämpfen. Tom beschließt, sein gewonnenes Vertrauen einzusetzen, um einen endgültigen Frieden zwischen den Völkern durchzusetzen und lernt dabei auch die junge Schamanin Sonseeahray kennen und lieben. Ob ein Frieden tatsächlich möglich ist, oder ob die Abtrünnigen und Verräter zu einem realen Problem werden, wird sich zeigen.

Die Handlung erinnert durchaus an "Der mit dem Wolf tanzt" und beide Filme sind bemüht, die klischeehafte und pietätlose Darstellung der amerikanischen Ureinwohner zu umgehen und im Gegensatz zu anderen Western, auch mit diesem Thema zu provozieren. Denn zu diesem Zeitpunkt war das Schwarz-Weiß-Denken noch weit verbreitet und besonders bei Western, wirken viele Filme unheimlich beschränkt und vermitteln ein falsches Bild der Geschichte. James Stewart verkörpert seine Rolle authentisch und besonders die Liebe zwischen ihm und Sonseeahray wirkt glaubwürdig, da sie nicht binnen weniger Stunden entbrennt, sondern Wochen vergehen. Besonders bemerkenswert ist die Darstellung von Cochise, welcher nicht nur im Film sehr intelligent und weise wirkt, sondern aus historischer Sicht eine bedeutende Persönlichkeit darstellt und sehr um den Frieden bemüht war, wodurch es auch zu Schwierigkeiten in den eigenen Reihen kam. Die Laufzeit von "Der gebrochene Pfeil" beträgt 89 Minuten und für einen Film aus den 50iger Jahren kann auch die Bildqualität auf ganzer Linie überzeugen. Wer Western mit James Stewart mag und hohen Wert auf moralische Inhalte legt, wird mit diesem Film sehr glücklich werden.

Hereafter


Hereafter ist ein ruhiger, melancholischer Film über das Jenseits und beleuchtet dieses sensible Thema ohne übertriebene Inhalte. Was geschieht nach dem Tod? Eine Frage, welche die Menschheit seit jeher beschäftigt und dessen Antwort einer der drei Protagonisten ebenfalls nicht ergründen kann. Jedoch besitzt George Lonegan (Matt Damon) die Gabe, Kontakt mit Verstorbenen aufnehmen zu können und den Hinterbliebenen Botschaften zu überbringen. Da der Tod jedoch auf diese Weise ein permanenter Begleiter in seinem Leben war und ihn die Schicksale auch psychisch belastet haben, distanzierte er sich von seinen Fähigkeiten und nahm eine gewöhnliche Arbeit in einer Fabrik an. Durch seine Gabe konnte George auch keine ordentliche Beziehung aufbauen, doch vielleicht ändert sich sein Leben durch eine junge Frau, welche er in einem Kochkurs kennenlernt. Die französische Journalistin Marie Lelay gelang es, die thailändische Flutkatastrophe zu überleben, war jedoch bereits gestorben. Um dieses Ereignis bewältigen zu können, beschließt sie, ein Buch über ihr Nahtoderlebnis zu verfassen, trifft aber zunächst nur auf Ablehnung und Unverständnis. Der dritte Protagonist ist ein kleiner Junge namens Marcus, welcher seinen geliebten Bruder verloren hat und diesen Verlust nicht bewältigen kann. Wäre dieser Schicksalsschlag nicht bereits belastend genug, beschließt seine drogenabhängige Mutter in eine Entzugsklinik zu gehen, da sie erkennt, dass sie gesund werden muss, um ihrem Sohn ein Leben ermöglichen zu können. Währenddessen soll Marcus bei einer Pflegefamilie leben und beschäftigt sich zunehmend mit dem Leben nach dem Tod.

Clint Eastwood gelingt es perfekt, sich dem Thema Tod zu nähern und beleuchtet beide Seiten der Gesellschaft. Viele Medien nutzen den Tod und den Verlust von Menschen aus um sich zu bereichern und die Hinterbliebenen mit klischeehaften Fragen und Phrasen zu manipulieren, welche Vorgehensweise tatsächlich verachtenswert ist. Menschen, welche über ihre Nahtoderlebnisse berichten und sich mit dem Jenseits beschäftigen, werden häufig belächelt und als verrückt dargestellt. Doch existieren auch Medien, welche vielleicht tatsächlich über besondere Fähigkeiten verfügen und ihre Dienste sogar unentgeltlich anbieten. Aber das ist jedem Zuseher selbst überlassen. Die Inszenierung von "Hereafter" ist sehr ruhig und der Film wechselt stets zwischen den drei Protagonisten und gewährt somit einen Einblick in ihr Leben. Warum Hereafter von vielen Kritikern regelrecht verrissen wurde, ist für mich absolut unverständlich. Die Handlung ist interessant, nicht übertrieben und behandelt die Thematik des Jenseits vernünftig, ohne auf esoterischen Unfug zurückzugreifen. Die Musikuntermalung passt sich der ruhigen Inszenierung an und wirkt, wie der gesamte Film, unaufdringlich und schön. Wer Filme von Clint Eastwood kennt, weiß bereits, dass er schwierige Themen sensibel und emotional umsetzen kann. Wer sich von den teilweise verheerenden Kritiken abschrecken ließ, seht euch den Film an. Ihr werden angenehm überrascht sein.

The Addams Family 1964-1977

 

The Addams Family dürfte vielen Menschen durch die skurrilen Filme und ihren schwarzen Humor bekannt sein,  doch erreicht meines Erachtens keine Adaption die Qualität der Fernsehserie von 1964-1977. Die Serie beschäftigt sich großteils mit den kleinen, amüsanten Problemen der Familie oder der Reaktion der Gesellschaft. Gomez und Morticia Addams sind ein glückliches Ehepaar, welches sich über alles liebt und gerne fechtet, tanzt oder sich Komplimente macht. Gomez wird besonders durch die französische Sprache erregt, lässt gerne Spielzeugzüge explodieren oder entgleisen und wirkt für einen Anwalt kindlich naiv und ewig optimistisch. Morticia trägt ausschließlich schwarze Kleidung, strickt gerne merkwürdige Pullover für ihre Verwandtschaft und liebt es, ihren "Buberle" zu liebkosen. Auch ihre Kinder sind ungewöhnlich. Die kleine Tochter "Wednesday"wurde im Vergleich zu den Zeichentrickserien oder Filmen etwas harmloser dargestellt, jedoch spielt sie gerne auf dem Friedhof, mit ihrer kopflosen Puppe Marie Antoinette oder ihren Spinnen. Sie besitzt meistens einen emotionslosen Gesichtsausdruck und lächelt nur selten. Pugsley ist sehr intelligent, spielt gerne mit Dynamit oder entwickelt Maschinen. Ein besonderes Original ist der über zwei Meter große Butler Lurch, welcher häufig mürrisch und introvertiert wirkt und nur wenig spricht, in Wahrheit jedoch sehr sensibel ist und gerne auf seinem Cembalo spielt, welches in einer Episode sogar verschenkt werden soll. Onkel Fester sieht hingegen wie ein lebender Toter aus, kann mit seinem Körper Elektrizität erzeugen und wirkt im Gegensatz zu den anderen Familienmitglieder etwas skrupellos. Die anderen Charaktere sind noch das abgetrennte "eiskalte Händchen", welches kleinere Aufgaben erledigt und Großmutter Addams. Auch das Haus selbst jagt den Besuchern bereits Angst ein. Ein Hauslöwe namens Kitty Kat, die fleischfressende Pflanze Cleopatra, ein brüllender Teppich, ausgestopfte Bären und andere Skurrilitäten wirken nicht gerade einladend.


In einer Episode verliert Gomez zum Beispiel sein Gedächtnis und nimmt seine Familie und sein Anwesen so wahr, wie alle anderen Menschen. Die Anzahl der Episoden sind sehr abwechslungsreich und hinterlassen ein angenehmes Gefühl. Zum Beispiel sollen die Kinder plötzlich in die Schule gehen, Lurchs Mutters kommt zu Besuch und denkt, dass ihm das Anwesen gehört, ein Rocker lernt die Familie kennen und lieben, Onkel Fester sucht eine Frau oder möchte arbeiten oder das eiskalte Händchen fühlt sich vernachlässigt und läuft weg. Ironischerweise wirkt die Addams Family natürlicher und liebevoller, als jene Sitcoms, welche eine vermeintlich perfekte, amerikanische Familie darstellen sollen. Die deutsche Synchronisation ist sehr gelungen und es ist ihr hoch anzurechnen, dass die mir verhassten Lachkonserven entfernt wurden. Man mag es kaum glauben, aber Zuseher besitzen genügend Intelligenz um zu wissen, was tatsächlich lustig ist und wann sie lachen möchten. Faszinierend. In der Originalfassung wurde dieser Effekt zu häufig eingesetzt. Die Serie wurde auf drei Sammelboxen mit 65 Episoden aufgeteilt und die Specials sind ebenfalls gelungen. Besonders der Blick hinter die Kulissen sind interessant und offenbaren, dass sich die Schauspieler sehr sympathisch waren. The Addams Family ist ein wahres Original und kann auch heute noch unterhalten. Wer sich mit der Addams Family beschäftigen möchte, sollte sich auf jeden Fall diese Version und nicht die "New Addams" kaufen, da diese Serie jene Episoden von 1964-1977 nur wiederholen und keine neuen Inhalte bieten.

The Impossible


The Impossible ist ein gelungener Katastrophenfilm, welcher von dem verheerenden Tsunami von 2004 handelt und die wahre Geschichte der Familie Bennett erzählt, welche Weihnachten in dem thailändischen Khao Lak verbringen möchten. Während Familienvater Henry (Evan McGregor) einen gutbezahlten Arbeitsplatz in Japan angenommen hat, kümmert sich Maria (Naomi Watts) um ihre Familie. Der schöne Urlaub wird jedoch zum Überlebenskampf, als am 26 Dezember ein gewaltiger Tsunami das Touristengebiet trifft und die Familie trennt. Während tausende Menschen durch diese Naturkatastrophe ihr Leben verlieren, hat Familie Bennett noch relatives Glück, jedoch müssen sie nun um ihr Überleben kämpfen. Die erste Hälfte des Films beleuchtet den Weg von Maria und ihrem Sohn Lucas, welche nach einem Kampf in den Fluten wieder zueinander finden. Leider zieht sich Maria eine tiefe Wunde am Bein zu und kann trotz ärztlicher Ausbildung, ihre Wunden nur notdürftig versorgen. Lucas versucht, sich und seine Mutter zu retten und riskiert sogar, einen sicheren Zufluchtsort aufzugeben, um einen kleinen Jungen behilflich zu sein. Beide wissen nicht, wie es der restlichen Famile ergangen ist und sie befürchten, dass sie während des Tsunamis umgekommen sind. Je mehr Zeit verstreicht, desto mehr Blut verliert Maria und es ist ungewiss, ob die Mutter ihren Verletzungen erliegt. Währenddessen konnte Henry seine beiden Söhne in die Obhut von Hilfskräften geben und beschließt, selbst nach seiner Frau und seinem vermissten Sohn zu suchen. Das Hotel liegt in Trümmern und die zahlreichen Toten scheinen selbst die geringste Hoffnung zu zerstören. Die Hilfskräfte geben ihr Bestes, um die Verletzten in notdürftigen Einrichtungen zu versorgen oder in ein Krankenhaus zu bringen, doch wie soll Henry in diesem Chaos seine Famile finden?

Der Zuseher sollte sich jedoch bewusst sein, dass "The Impossible" mehr ein Melodrama, als ein reiner Katastrophenfilm ist. Die Familie, ihre Gefühle und Beweggründe stehen im Vordergrund und der Film konzentriert sich besonders auf die Mutter und Lucas, und wie sich diese plötzlich in einem Krankenhaus wiederfinden, in welchem sie sich dem verheerenden Ausmaß der Katastrophe erst bewusst werden. The Impossible wird von einigen Menschen kritisiert, da sich die Handlung großteils auf eine weiße Familie konzentriert und die tausenden Toten anderer Kulturen nur nebensächlich behandelt werden. Da es sich um eine wahre Geschichte handelt, hätte auch eine thailändische Familie beleuchtet werden können und nicht eine westliche Familie, deren Verlust sich in Grenzen hält. Das mag durchaus stimmen, beeinträchtigt jedoch nicht die Darstellung des Tsunamis und den Zusammenhalt der Familie. Die schauspielerische Leistung von Evan McGregor und Naomi Watts darf als sehr gelungen betrachtet werden, trotz gelegentlichen, zu melodramatischen Szenen. Meines Erachtens überzeugen besonders die Kinderdarsteller. Die Spezialeffekte wirken authentisch und besonders das Eintreffen der ersten Welle offenbart, welche Kraft die Natur entfesseln kann. Ich persönlich, hätte mir noch mehr Einblicke in die Hilfsorganisationen gewünscht, aber dafür sind die Szenen im Krankenhaus äußerst interessant. The Impossible ist ein gelungener, emotionaler Film, welcher sich auf eine der größten Naturkatastrophen bezieht und diese authentisch umsetzt. Wer einen gefühlsbetonten Film und den Zusammenhalt einer Familie sehen möchte, wird sehr gut unterhalten.
Related Posts Plugin for WordPress, Blogger...

Pages